Da die Schildkröten auch in freier Wildbahn Winterschlaf halten, ist es sehr wichtig, auch unsere Tiere jedes Jahr in den Winterschlaf zu schicken. Der Stoffwechsel der Schildkröten hat sich über Jahrmillionen daran angepasst und ein Aussetzen des Winterschlafs ist auf Dauer sehr schlecht für die Gesundheit der Tiere.
Ich überwintere meine Schildkröten im Keller in offenen Kunststoffboxen in einer Mischung aus Schildkrötenerde und Laub. Entsprechend dem Wetter werden die Schildkröten Ende Oktober bis Anfang November eingewintert, nachdem sie im August entwurmt wurden und die Temperatur schon ab drei Wochen vor Beginn des Winterschlafs langsam an die Endtemperatur angepasst wird. Nähern sich die Außentemperaturen 6-8 Grad, sind die Schildkröten bereit in ihre Boxen einzuziehen. Da die Tierchen schon ein bis zwei Wochen zuvor selbstständig das Fressen eingestellt haben, ist ihr Bauch dann auch leer und sie können nach einem letzten Bad und Wassertanken in ihr Winterquartier ziehen. In ihrem Kellerraum herrschen im Winter 5-7 Grad, also die perfekten Temperaturen zum gemütlichen Schlafen und Ausruhen. Auch die Kleinsten schlafen schon genauso wie ihre Eltern. Alle zwei Wochen werden die Schildkrötenkisten einmal sachte mit ein wenig Wasser besprüht, damit das Substrat nicht zu trocken wird und alle 4 Wochen werden alle Schildkröten einmal gewogen. Dies dient dazu, frühzeitig zu erkennen, ob irgendetwas nicht in Ordnung ist und wenn die Gewichtabnahme unter 5% bleibt ist alles super. Da die Schildkröten bei dem kurzen Wiegen nicht warm werden, bekommen sie von der ganzen Prozedur nichts mit und schlafen einfach friedlich weiter.
Beginnt das Wetter im Frühjahr wieder wärmer zu werden, hört man es auf einmal aus den Boxen rascheln und man weiß: Jetzt beginnt ein neues Schildkrötenjahr. Über eine halbe Woche wird die Temperatur jetzt langsam erhöht und nach einem Bad sind alle Schildkröten bereit für ein neues Jahr.


Bereit für den Winter

Auch die Kleinsten müssen schon schlafen